Der wissenschaftliche Hintergrund

Ist LinguLab wissenschaftlich bewiesen? Welche Idee steckt hinter der Sprachsoftware? In diesem Artikel erfahren Sie alles rund um den wissenschaftlichen Hintergrund und das Konzept von LinguLab.

LinguLab basiert auf verschiedene Studien und Arbeiten der Sprachforschung. Schon in der Vergangenheit gab es zahlreiche Versuche, Verständlichkeitsmodelle und Lesbarkeitsformeln für Texte aufzustellen. Eine wichtige Grundlage für LinguLab ist das Hamburger Verständlichkeitsmodell nach Schulz von Thun. 

Das Hamburger Verständlichkeitsmodell bewertet die Verständlichkeit von Texten mithilfe von vier Säulen:

  • Einfachheit
  • Kürze und Prägnanz
  • Gliederung und Ordnung
  • Anregende Zusätze

Die Psychologen F. Schulz von Thun, I. Langer und R. Tausch entwickelten das Modell auf Basis der Lesbarkeitsforschung. Sie beschränkten sich jedoch nicht ausschließlich auf zählbare Merkmale wie die Anzahl der Silben pro Wort oder Anzahl der Wörter pro Satz.  Das Hamburger Verständlichkeitsmodell berücksichtigt zusätzlich die Struktur von Texten und die Zielgruppe: Interessant gestaltete Texte gewinnen die Aufmerksamkeit der Leser. Sie erfassen Informationen leichter, wenn Texte übersichtlich gegliedert sind.


Die Idee von LinguLab

Lesbarkeitsformeln bilden eine gute Grundlage, um die Verständlichkeit von Texten zu bestimmen. Sie reichen aber nicht aus, um einen Text effizient zu bewerten. Dazu messen sie zu wenige Parameter. Eine weitere Schwäche: Autoren erhalten einen numerischen Wert, den sie verstehen müssen. Zudem bekommen sie keine direkte Rückmeldung, wo der Text Schwachstellen aufweist.

Würde es Ihnen helfen, wenn Sie wüssten, dass Ihr Text einen Flesch-Wert von 7,8 hat?

Daraus resultiert die Idee und das Konzept von LinguLab:

  • Wir brauchen mehr Messgrößen, um einen Text richtig zu bewerten
  • Texte müssen unterschiedlich bewertet werden: Nicht für alle Texte gelten dieselben Kriterien, um ihre Verständlichkeit zu ermitteln
  • der Autor braucht eine direkte Rückmeldung, um Texte nachhaltig zu verbessern.

Hintergrund zur Lesbarkeitsforschung

Ziel der Lesbarkeitsforschung bestand darin, objektiv den Lesbarkeitsgrad von Texten festzulegen. Lesbarkeitsforscher untersuchten Texte auf objektiv fassbare und zählbare Merkmale. Sie ermittelten, wie stark sich Wort- und Satzlänge oder Wort- und Satzschwierigkeit auf die Lesbarkeit von Texten auswirken. Mithilfe von Verständnistests, Expertenurteilen und der Lesegeschwindigkeit legte die Forschung die bedeutsamsten Merkmale fest. Diese fassten Sie zu Lesbarkeitsformeln zusammen. Im Laufe der Jahre entstanden verschiedene Formeln, die Wichtigsten für das Deutsche stellen wir Ihnen in aller Kürze vor:

Wiener Sachtextformel

Die Wiener Sachtextformel errechnet aus dem Verhältnis von Satzlänge, Wortlänge und Anteil an ein- und mehrsilbigen Wörtern sowie Fremdwörtern den Schwierigkeitsgrad von Texten. Sie gibt Aufschluss darüber, für welche Schulstufe ein Sachtext geeignet ist.

Flesch Reading Ease / Amstad

Die Grundidee hinter der Flesch Reading Ease-Formel: Ein Text ist umso verständlicher, je kürzer die Sätze und Wörter sind. Dazu misst die Formel das Verhältnis von Wort- und Satzlänge.  Rudolf Flesch entwickelte das Verfahren für die englische Sprache. Toni Amstad passte die Berechnung später an das Deutsche an.Klicken Sie hier für mehr Informationen rund um das Thema Lesbarkeitsformeln

Der Vorteil von LinguLab

LinguLab unterstützt Autoren mit einer automatisierten Stil-, Struktur- und Wortschatzanalyse. Das Programm zeigt Schwachstellen direkt im Text an und gibt wertvolle Tipps, wie Sie diese beheben. Nutzern stehen 11 Textgattungen zur Verfügung. Damit garantiert LinguLab eine zielgruppengerechte Verbesserung Ihrer Texte.

Screenshot Flesch Reading Ease-Formel
Flesch Reading Ease-Formel

Bewertung

In der Textgattung Web-Text Grundform erhält dieser Text viereinhalb Sterne. 

Sprache ist facettenreich. Füllwörter oder Modalverben können beispielsweise gezielt als Stilmittel eingesetzt werden. 
Eine gelbe Bewertung bedeutet: LinguLab macht Sie auf Schwachstellen aufmerksam. Es liegt in Ihrem Ermessen, ob Sie diese beheben oder bewusst als Stilmittel einsetzen. Ein Text mit vier oder viereinhalb Sternen ist ein gutes Ergebnis!

Screenshot Sternebewertung
Ergebnis: viereinhalb Sterne