Einfach statt kompliziert

Psychologisch gesehen bedeuten Passivkonstruktionen, dass der Verfasser des Textes sich nicht mit den Aussagen identifiziert.

Wissenswertes

Passivkonstruktionen (= Leidensform) findet man häufig in Behörden- oder wissenschaftlichen Texten. Da in Passivsätzen die ausführende Person fehlt, wirkt die Sprache unpersönlich und indirekt.
Der Text wirkt nicht glaubwürdig. Es fehlt ihm an Klarheit und er ist schwerer zu verstehen. 

Beispiele

  • Ein entsprechender Antrag wurde heute gestellt.
  • Ein entsprechender Antrag wurde heute von Frau Schneider gestellt.
  • Frau Schneider stellte heute einen entsprechenden Antrag.

Handlungsempfehlung

Falls Sie Passivkonstruktionen nicht ganz bewusst als Stilmittel einsetzen möchten, wandeln Sie Ihre Passivsätze in aktive Formulierungen um. Hinweis: LinguLab zeigt Ihnen Ihre Passivkonstruktionen im Text an.

Zeitform Perfekt

Nicht immer gilt: "Das Beste kommt zum Schluss".

Wissenswertes

Mit der Zeitform „Perfekt“ drücken Sie aus, dass eine Handlung in der Vergangenheit geschah und erledigt ist. Man baut diese Zeitform aus einem Hilfsverb und einem Verb (z.B. Ich habe gegessen).
Genau darin liegt aber der Nachteil dieser Zeitform: Oft steht das Hilfsverb zu Beginn des Satzes und der eigentliche Informationsträger - das Verb - hängt wie ein Schwänzchen am Schluss.

Zwei Dinge, die zusammen gehören, werden sehr weit auseinander gerissen. Das macht den Satz schwerer verständlich und verführt den Leser dazu, gedanklich auszusteigen. „Das Beste zum Schluss“ gilt hier leider nicht.

Beispiel

  • Wir haben im Vorfeld alle kritischen Aspekte mit dem Betriebsrat diskutiert.
  • Wir diskutierten im Vorfeld alle kritischen Aspekte mit dem Betriebsrat.

Handlungsempfehlung

Prüfen Sie, ob Hilfsverb und Vollverb möglichst nahe beieinanderstehen. Falls nicht, wandeln Sie das Perfekt in die einfache Vergangenheitsform um. Hinweis: LinguLab markiert Ihnen Sätze, die im Perfekt stehen.

Hilfsverben

Ein Hilfsverb verlängert an der falschen Stelle einen Text oft unnötig.

Wissenswertes

Eigentlich haben die Hilfsverben „haben“, „sein“, oder „werden“ in der deutschen Grammatik den Zweck, zusammen mit anderen Verben eine bestimmte Zeitform zu bilden. (z.B. Ich habe gegessen).
Oft neigen wir jedoch dazu, Hilfsverben dort einzusetzen, wo ein Vollverb stehen sollte.  Zu viele Hilfsverben lassen einen Text schwammig wirken – sie verwischen die Aussage, denn das Vollverb ist der Träger der Information.

Beispiel

  • Er hatte noch nie ein Auto.
  • Er besaß noch nie ein Auto.

Handlungsempfehlung

Wo können Sie statt Hilfsverb ein Vollverb einsetzen? Hinweis: LinguLab zeigt Hilfsverben direkt im Text an.

Kurz statt lang

Lange Sätze überfordern das Kurzzeitgedächtnis.

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