Bürgernahe Verwaltungssprache

Schon seit einiger Zeit gibt es verschiedene Bestrebungen, Sprache in Behördentexten und Rechtsnormen verständlicher zu gestalten. Eine unverständliche Verwaltungssprache hinterlässt bei Bürgern einen schlechten Eindruck. Ärger, Missverständnisse und geringe Bereitschaft zur Kooperation sind vorprogrammiert.

Was macht Behördentexte schwer verständlich?

Verwaltungssprache scheint nicht die Sprache der Bürgerinnen und Bürger zu sein. Nicht umsonst bezeichnen wir sie als „Amtssprache“ oder „Behördendeutsch“. Aber was macht Behördentexte schwer verständlich? Wir machen eine kleine Bestandsaufnahme:

Nominalstil

Behördentexte enthalten häufig Substantive (Wörter mit -ung, -keit, -heit). Dadurch wirken sie eher steif und nicht lebendig.

Beispiel

  • Nach Ausfüllung und Rücksendung des Antrages...

Verben hingegen machen einen Text lebendiger und animieren den Bürger zu handeln: "Bitte schicken Sie mir den ausgefüllten Antrag zurück."

Passivkonstruktionen

Passivkonstruktionen wirken unpersönlich. Oft ist nicht klar, wer gehandelt hat oder wer handeln soll. Auf diese Weise übernimmt der Verfasser keine Verantwortung für seine Aussage:

Beispiel

  • Dem Antrag kann nicht zugestimmt werden...

Der Leser fragt sich von "von wem?". Der Text verschweigt die handelnde Person oder Institution. Besser ist, Passivkonstruktionen durch aktive Formulierungen zu ersetzen: "Das Landgericht hat dem Antrag zugestimmt."

Satzbau

In Verwaltungstexten finden wir häufig lange Sätze, die ineinander verschachtelt sind. Lange Sätze erschweren dem Leser, einen Text zu erfassen. 

Beispiel

  • Um weitere Unannehmlichkeiten und Kosten zu vermeiden, die im Zuge des gerichtlichen Verfahrens für beide Seiten entstehen könnten, bitten wir Sie, uns eine kurze schriftliche Begründung Ihrer Bedenken der Rechtmäßigkeit der geltend gemachten Forderungen (wenn möglich mit den nötigen Nachweisen) innerhalb der nächsten 7 Tage zuzusenden.

Schachtelsätze verlangen vom Leser Konzentration und Ausdauer. Besser ist, den Satz aufzuteilen:

"Ein Gerichtsverfahren bringt Kosten und Ärger mit sich. Diese möchten wir vermeiden. Deshalb unsere Bitte: Schicken Sie uns bis zum xx eine kurze Begründung, warum Sie die Forderung unberechtigt halten. Fügen Sie möglichst geeignete Nachweise bei

Fremdwörter

Neben notwendigen Fremdwörter, die sich aus Gesetzen ergeben, finden sich in der Verwaltungssprache Fachausdrücke, die Bürger nicht verstehen. 

Beispiel

  • Für einen solchen Schaden ist das Haftungsmaß des Gefälligen gemindert.

Besser ist, Fachwörter durch verständliche Begriffe zu ersetzen oder zu erläutern: "Sie haften nicht für den Schaden, da Sie einen Gefallen getan haben."

Durch Sprache repräsentiert sich die Verwaltung nach außen. Sprache ist ein wichtiges Instrument, um das Verhalten der Bürger positiv zu beeinflussen. Eine verständliche Sprache führt zu mehr Vertrauen in die Verwaltung. Der Bürger fühlt sich ernst genommen. Er ist nicht nur Empfänger einer Information, sondern steht als Kunde im Mittelpunkt der Behörden.
Auch die Zusammenarbeit  zwischen Bürger und Verwaltung verbessert sich. Der Bürger zeigt eher die Bereitschaft mit Behörden zu kooperieren, wenn er Sachverhalte nachvollziehen kann. Ein weiterer entscheidender Vorteil der bürgernahen Sprache: Verwaltungen sparen viel Zeit. Diesen Aspekt verdeutlicht folgendes Beispiel:

Verständliche Sprache spart wertvolle Zeit:

Stellen Sie sich vor, eine Behörde verschickt 10.000 Schreiben im Jahr. Wenn nur jeder vierte Adressat bei der Behörde anruft, um Verständnisfragen zu klären und jedes Gespräch zehn Minuten dauert, verbringen die Mitarbeiter 55 Arbeitstage im Jahr mit der Beantwortung von Fragen. LinguLab unterstützt Sie, Ihre Texte für Bürger verständlich zu gestalten. Dazu misst LinguLab die Verständlichkeit und Textaufbau Ihrer Texte. 

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