Aktiver und passiver Wortschatz, Lektorat leicht gemacht

Heute erläutern wir, was aktiver und passiver Wortschatz ist, welchen Einfluss er hat und wie LinguLab Live diese Informationen nutzt. Wir gehen darauf ein, wie dieses ihnen bei der Texterstellung oder im Lektorat hilft.

Wie unterstützt LinguLab das Lektorat?

Innerhalb des Moduls “Textverständlichkeit” prüft LinguLab den verwendeten Wortschatz. Damit erhalten Sie für Ihr Lektorat bzw. Korrektorat wertvolle Hinweise für die Überarbeitung. Sparen Sie Zeit im Lektorat durch die Nutzung von LinguLab live!

Wie definiert sich “Wortschatz”?

Unter dem Wortschatz einer Person versteht man die Anzahl an Wortgrundformen, die sie kennt. Diese nennen wir auch “Lemmata”. So haben Wörter wie “Belesenheit” und “gelesen” ein Lemma, da sich beide von der Wortgrundform “lesen” ableiten. Zur Anzahl an Wortgrundformen im Deutschen gibt es verschiedenste Schätzungen. Je nach Aufnahmekriterien zählen Nominalisierungen, Fachbegriffe, usw. dazu. Generell liegen diese Schätzungen zwischen 200.000 und 400.000 Wortgrundformen.

Passiver Wortschatz und Lektorat

Ihr “passiver Wortschatz” ist umgangssprachlich ausgedrückt der Wortschatz, den sie verstehen. Diesen Wortschatz erweitert und verringern sie ständig. Wenn sie viel lesen, insbesondere komplexe Inhalte, erweitern sie ihren passiven Wortschatz sehr schnell. So kann der passive Wortschatz bei muttersprachlich Deutschen zwischen 10.000 und 100.000 Wörtern liegen, in Sonderfällen sogar mehr. Im Lektorat lesen Sie sehr viel, wodurch sich der passive Wortschatz stark erhöht. Dies beeinträchtigt den neutralen Blick auf die Verständlichkeit eines Textes.

Aktiver Wortschatz im Lektorat

Ganz anders verhält es sich mit dem aktiven Wortschatz. Man nennt ihn auch "produktiven Wortschatz". Man kann umgangssprachlich sagen, dass aktiver Wortschatz der Wortschatz ist, den sie im täglichen Gebrauch verwenden. Man schätzt ihn auf durchschnittlich 8.000 bis 15.000 Wörter. Viele sprachwissenschaftliche und psychologische Institute beschäftigen sich mit der effektiven Erweiterung des aktiven Wortschatzes. Sofern Sie einen Text für eine breite Zielgruppe lektorieren, achten Sie darauf, dass möglichst viele Begriffe aus dem aktiven Wortschatz stammen. Sparen Sie durch diese Analyse Zeit im Lektorat!

Anwendung bei LinguLab Live

Die folgende Grafik zeigt schematisch die von LinguLab durch Web-Analysen erhobenen Worthäufigkeiten  für das Gegenwartsdeutsche (nach Platzierungen in der Häufigkeitsliste). In Relation gesetzt sind diese mit der Bewertung, die die Worte im LinguLab Live Verständlichkeits-Modul erhalten.

Insbesondere für Lektorate, die Texte manuell optimieren und auf ein Publikum abstimmen, kann dieses Wissen einen großen Vorteil bringen. Die Bewertung ist unabhängig vom Inhalt und gibt an, wie verständlich die Wortwahl des Textes ist. Dadurch kann ein Lektorat  schnell entscheiden, für welches Publikum ein Text geeignet ist. Durch Abstufungen und Markierungen im Text können sie auch sofort feststellen, an welchen Textpassagen die Bewertung festzumachen ist. So hilft dieses Modul einerseits bei der Texterstellung, aber auch bei Korrektur und Lektorat.

Screenshot Worthäufigkeit
Worthäufigkeit des Gegenwartsdeutschen