Einfache Wörter lassen Autoren klug erscheinen

Viele Autoren glauben einen klugen Eindruck zu machen, wenn sie ihre Argumente in möglichst komplexen Sätzen verpacken und lange Wörter verwenden. Eine Studie mit Studenten der Standford University liefert spannende Ergebnisse.

Verständliche Texte sind keine Selbstverständlichkeit. Das liegt nicht nur an den Fähigkeiten, sondern auch an den Absichten der Autoren. Viele Autoren glauben einen klugen Eindruck zu machen, wenn sie ihre Argumente in möglichst komplexen Sätzen verpacken und lange Wörter verwenden. Gerade im deutschen Wissenschaftsbetrieb sind viele der “Faszination des Unverständlichen” erliegen.

Komplexe Texte verringern die Lesbarkeit

Ein Trugschluss, wie die Studie von Daniel Oppenheimer zeigte. In mehreren Experimenten mit Studenten der Stanford University kam er zum grundlegenden Ergebnis, dass Komplexität in Texten, die nicht unbedingt erforderlich ist, negative Auswirkungen  auf mehreren Ebenen hat. Komplexe Bewerbungen werden häufiger abgelehnt als Bewerbungen in einfacherer Sprache. Die Teilnehmer stuften  Autoren von Texten mit langen nicht geläufigen Wörtern als weniger intelligent  ein. Die Einschätzung ist unabhängig von der Textsorte. Sie gilt sowohl für persönliche Stellungnahmen als auch für soziologische Dissertationen.

Daniel Oppenheimer hat auch eine Erklärung für das Phänomen: Alles, was den Lesefluss stört, bewerten wir negativ.  Das gilt für unbekannte Wörter genauso, wie für unvorteilhafte Typographie. Umgekehrt heißt das, dass alles, was den Lesefluss unterstützt, einen positiven Effekt hat.  Bei LinguLab Live sind viele Kriterien auf den Lesefluss abgestimmt. Insbesondere das Modul “Scanbarkeit” berücksichtigt die erschwerte Lesbarkeit am Bildschirm.Verständliche, gut strukturierte und mediengerecht aufbereitete Texte kommen nicht nur beim Leser gut an. Sie  werfen auch ein gutes Licht auf die Autoren.